Jede Creme besteht aus drei Stoffgruppen: den Basisstoffen, den Wirkstoffen und den Hilfsstoffen.
Nicht nur die besonderen Wirkstoffe wie ein Algen, ein
Heilpflanzenextrakt, ein wertvolles Öl oder die Vitamine sollten gut für die Haut sein. Vielmehr müssen alle Inhaltsstoffe und vor allem die
Basisstoffe, aus denen die Creme hauptsächlich besteht, gute hautpflegende Eigenschaften haben.
Eine gute Kosmetik hat in allem die gesunde Haut zum Vorbild. Die Barriereschichten und das Hautoberflächefett bestehen chemisch gesehen aus Triglyceriden, Wachsester, Fettsäuren, Squalen, Diglyceriden, Cholesterinester, Cholesterin, Ceramiden und
Phosphatidylcholin.
Wenn Sie diese Begriffe auf der Verpackung lesen, brauchen Sie also keine Bedenken zu haben. Im Gegenteil, daran erkennen Sie dass hier der Hersteller sich bemüht, der Haut genau das zu geben, was sie braucht. Im „INCI-Chinesisch“ lesen dann auf der Verpackung Bezeichnungen wie
„Caprylic/Caprylic Triglyceride“, „C 10-18 Triglyceride“, „Ceramide 3“ oder „Sualane“.
In der Creme stellen die Triglyceride die Fettstoffe und Öle dar, als Wachsester wird in Naturkosmetik oft Jojobaöl (INCI:
Buxus Chinensis) verwendet.
Shea-Butter (aus den Nüssen des Sheabutterbaumes) enthält beide dieser Hauptbestandteile sowie noch Cholesterinester und wird daher häufig als Basis verwendet.
Ceramide, wie das Cermide 3 wird aus Hefen gewonnen.
Diglyceride sind mit Glycerin verbundene Fettsäuren und können aus pflanzlicher oder synthetischer Quelle stammen. Und
Squalen wird durch das weniger empfindliche Sualan ersetzt, das meist aus Olivenöl stammt.
Solche natürlichen Basisstoffe werden von der Kosmetikindustrie aber auch durch billigere Mineralölprodukte ersetzt wie
Vaseline (in der INCI steht: „Petrolatum“),
Erdwachs (INCI: „Ceresin, „Ozokerite“) mikrokristallines Wachs, Paraffine und Silikone
(alle Bezeichnungen mit „–cone“ wie „Dimethicone“).
All diese Stoffe versiegeln aber die Haut und behindern die natürliche
Eigenregeneration.
Nun verbinden sich die Basisbestandteile nur sehr schlecht zu einer Creme. Daher kommt die Gruppe der
Hilfsstoffe hinzu. Zwar gibt es auch hier natürliche hautähnliche Hilfsstoffe wie bestimme
Ceramide und Phosphatidylcholin, aber die allermeisten Hersteller setzen billige effektivere, künstliche Emulgatoren hinzu – beispielsweise die erwähnten
PEG-Derivate (Polyethylenglykole und deren
Abkömmlinge).
Sie verbinden Fette und Wasser miteinander und können auch als Tenside zur Reinigung oder zum Aufweichen der Haut eingesetzt werden. Sie machen also die Haut durchlässiger. Dadurch sollen die Wirkstoffe besser eindringen können, aber
PEG-Derivate besitzen krebserregende Verunreinigungen und neben den erwünschten Wirkstoffen gelangen auch alle anderen Cremebestandteile besser hinein,
vom krebsverdächtigen Konservierungsmittel bis zum allergieauslösenden Duftstoff.
Also Vorsicht wenn Sie Wortverbindungen mit „PEG-„ lesen,
PEG und damit verwandte Emulgatoren werden auch als Auslöser der Mallorca-Akne verantwortlich gemacht. Dazu gehören
Laureth, Pareth, Ceteareth und andere mit INCI-Bezeichnung auf „–eth“ (wie auch Polyethylenglykole und
Triethanolamine).
Die bekanntesten, weil umstrittensten Hilfsstoffe sind die Konservierungsmittel. Schon seit langem im Kreuzfeuer
der Kritik von Ärzten und Umweltschützern ist das krebserregende
Formaldehyd. Nach wie vor ist es aber für Kosmetik erlaubt.
Formaldehyde verbergen sich bei den Inhaltsstoffen hinter Bezeichnungen wie
Methenamine, Sodium Hydroxymethylglycinate, DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Urea, Imidazolodinyl Urea und vielen weiteren
Bezeichnungen.
Vor allem Allergiker haben schon mit halogenorganischen Verbindungen wie
Euxyl K 400 (= Methyldibromo Glutaronitrile) und Triclosan leidvolle Bekanntschaft gemacht. Diese werden als hochwirksame Konservierungsmittel eingesetzt und sollen das krebserregende Formaldehyd ersetzen. Allerdings haben sie es kaum weniger in sich, denn
Triclosan kann die Leberfunktion beeinträchtigen und zumindest bei Hefen ist auch bereits eine Erbgutschädigung nachgewiesen.
Euxyl K 400 wiederum löst Allergien aus und
wurde deshalb endlich in Cremes verboten (nicht aber in Duschgels und Shampoos).
Ein weiteres synthetisches Konservierungsmittel sind die Parabene, also alle Verbindungen, die „-paraben“ im Namen haben. Bisher gelten
Parabene daher nur bei empfindlicher, vorgeschädigter Haut als bedenklich und Allergie auslösend. In einer natürlichen, der gesunden Haut nachempfundenen Kosmetik aber haben sie auf keinen Fall etwas verloren. Meiden Sie ebenfalls Cremes mit dem konservierenden Hilfsstoff EDTA. Es schwächt die Zellmembranen und löst Schwermetalle.
Natürliche Konservierungsmittel sind vor allem ätherische Öle und Antioxidantien wie Vitamin E. Auch Alkohole werden verwendet, jedoch sollten einige von ihnen ebenfalls vermieden werden. Insbesondere
Isopropylalkohole bereiten nach Forschungen der Alternativmedizin im Körper den Boden für Parasiten und daraus entstehende Krebserkrankungen bereiten.
Allergieauslösende Duftstoffe machen nur einen sehr kleinen Anteil der Hilfsstoffe aus, aber der hat es mitunter in
sich. Immer mehr Menschen reagieren auf ihre Kosmetik allergisch aufgrund der Wohlgerüche. Besonders allergiegefährlich sind
Eichenmoos (Evernia Prunastri), Baummos (Furfuracea), Isoeugenol, Cinnamal und sogenannte polyzyklische
Moschusverbindungen.
Was höchst fatal ist, denn diese Moschusverbindungen reichern sich im Fettgewebe und in der Muttermilch an und stehen auch noch im Verdacht krebserregend zu sein und die Leberzellen zu schädigen. Egal, ob
Moschus Xylol, Moschus Keton, Tonalide (AHTN) oder Galaxolide (HHCB) auf dem Produkt steht, lassen Sie es lieber im Regal stehen.
Leider müssen die Hersteller diese bedenklichen Stoffe überhaupt nicht deklarieren,
es genügt der globale Hinweis auf Parfüm oder Parfume. Verantwortungsbewusste Hersteller deklarieren freiwillig sämtliche Duftstoffe, damit Allergiker keine böse Überraschung erleben.
Bei den Wirkstoffen entfalten die Kosmetikhersteller viel Kreativität, allerdings auch wenn es um die schmückende Umschreibung geht. Vitamin E und C und Phytohormone werden als Konservierungsmittel eingesetzt, aber zugleich als hochwertige Anti-Aging-Mittel für die Haut angepriesen – was freilich ebenfalls richtig ist. Weizenkeimöl, Macademia-Nussöl, Avocadoöl und andere Öle sind nicht nur edle Pflegezutaten, sondern besitzen ganz simpel einen hohen Anteil an Triglyceriden, also an dem wichtigen Basisstoff für gute Cremes. Sie sind also einfach eine gute Cremebasis. Und das edle hautglättende Jojobaöl liefert das für die Cremebasis nötige Wachsester.
Natürlich gibt es viele wertvolle Pflanzenextrakte und –wirkstoffe, die wirklich einen zusätzlichen Nutzen für die Hautpflege bringen – angefangen von einheimischen Pflanzen wie beispielsweise
Hagebuttesamen, Kamille, Nachtkerze, Ringelblume und Rose bis zu exotischeren wie chinesischen Heilpilzen, Safran und Cystus-Zistrose. Diese sollten aus biologischem Anbau stammen, damit sie möglichst wenig durch Umweltschadstoffe verunreinigt sind.
Mittlerweile gibt es einige Labels für Naturkosmetik, allerdings
sind die jeweiligen Bedingungen nicht so streng, wie es wünschenswert
wäre. So sind teilweise zwar synthetische Farb- und Duftstoffe, Erdölprodukte und PEG verboten, aber einige bedenkliche Konservierungsmittel wie
Parabene noch erlaubt.
Auch können mitunter Silikone und synthetische
Farb- und Duftstoffe eingesetzt werden, ebenso
PEG-Derivate als waschaktive Zusätze
bzw. Konservierungsmittel wie Phenoxyethanol und
Dehydroacetsäure.
Weitere Informationen über bedenkliche Kosmetik-Inhaltsstoffe haben
wir hier zusammengetragen > Kapitel
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