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So entwickeln Sie Ihren eigenen Stil -
Kapitel 3
Neu entscheiden
4. Entscheiden Sie sich nun für einen durchgängigen Stil aufgrund von
Basisfarben und optimalen Schnitten.
Ich persönlich finde es sehr hilfreich und sinnvoll, die Garderobe auf
einigen ausgewählten Lieblingsfarben basieren zu lassen. So werden
Kombination und Einkauf um Klassen leichter! Es empfehlen sich
insbesondere die klassischen Modefarben wie Schwarz, Weiß, Rot, Beige
oder Marine, die immer erhältlich sind.
Hier kommt dann eine
professionelle Farbberatung ins Spiel, die Sie unbedingt einmal in
Anspruch nehmen sollten. In der Regel werden Sie dabei einem der vier
verschiedenen Farbtypen (benannt nach den Jahreszeiten Frühjahr,
Sommer, Herbst und Winter) zugeordnet, die verschiedene Farbrichtungen
(kühle oder warme Farben) beinhalten. Sie bekommen bei so einer
Beratung dann meist einen Farbpass ausgehändigt, der beim Einkauf
wiederum eine Hilfe darstellt und Fehlgriffe bei Farben vermeiden
hilft. Sie glauben gar nicht, wie viel verschiedene Blau- oder
Beigetöne es beispielsweise gibt! Ein Blau, das die eine Frau
strahlend schön wirken lässt, kann bei einer anderen das genaue
Gegenteil hervorrufen. Man sieht dann meist müde und fahl im Gesicht
aus und Linie oder Falten treten stärker hervor.
Selbst wenn Sie unter Punkt 3 schon einige Erkenntnisse gewonnen haben
(und das haben Sie mit Sicherheit) ist es wirklich hilfreich, den Rat
eines Profi einzuholen und sich hier gute Tipps zu den verschiedenen
optimalen Formen, Schnitten und Stoffqualitäten zu holen, die für
einen selbst besonders vorteilhaft sind.
Es vereinfacht die Garderobenplanung enorm, wenn man sich auf wenige
Basisfarben beschränkt, die immer wieder durch aktuelle Farbtrends
(wenn gewünscht und für Sie passend) bei Accessoires und weniger
teuren Stücken, wie T-Shirts oder Tops ergänzt werden können.
Aber Vorsicht bei der Auswahl eines sogenannten Profi. Auf diesem
Gebiet tummeln sich unendlich viele selbsternannte Spezialisten
(zumeist in der Rubrik Farb- und Stilberatung), die vielleicht selbst
nur eine sehr mangelhafte oder gar keine Ausbildung besitzen und in
erster Linie etwas verkaufen wollen. Eine gute Beraterin sollte
aufgrund Ihrer Qualifikation wirklich fundierte Kenntnisse über
Stoffqualitäten, Schnitte und Farben haben. Oft hat sie das
Schneiderhandwerk gelernt oder lange Zeit als Direktrice, Designerin
oder Stylisten bei einem guten Label gearbeitet. Solch eine Beratung
muss kein Vermögen kosten und ist im Idealfall jeden Cent wert, da Sie
im Nachhinein bei Ihren künftigen Einkäufen sehr viel Geld sparen
werden. Ich hatte das Glück, eine besonders charmante und fähige
Vertreterin ihres Fachs kennen zu lernen und von ihr beraten zu werden
(www.corneliagumm.de). Sie gab mir gleichzeitig noch wertvolle Tipps
für Frisur und Make-up, die meinen Kleiderstil optimal ergänzt haben
und mich um einiges jünger und frischer erscheinen ließen.
Sollten Sie eine für Sie ideale Modelinie oder gar einen Designer
gefunden haben, dessen Kleider Ihnen besonders gut passen oder stehen,
dann bleiben Sie treu. Es macht wenig Sinn, mit einer molligen Taille
beispielsweise enge Hüfthosen und bauchfreie Oberteile (nur weil dies
gerade „Mode“ oder Trend ist) zu tragen, was lediglich bewirken
dürfte, dass Sie auf der Straße mitleidige statt bewundernder Blicke
ernten werden.
Noch ein Wort zum Thema Angemessenheit. Bei der Findung Ihres
Kleiderstils sollten Sie natürlich unbedingt auch Ihren Lebensstil und
Ihr Alter mit einbeziehen. Sind Sie viel beruflich unterwegs oder
müssen sie oft reisen? Dann werden bequeme, pflegeleichte, aber stets
korrekte Kleidungsstücke für Sie unverzichtbar sein. Sind Sie
Hausfrau und Mutter? Dann dürften Business-Kostüme wohl eher nicht
die Basis Ihrer Garderobe bilden. Sie verstehen was ich meine? Ebenso
spielt das Alter eine gewisse (wenn auch keine übergroße) Rolle.
Niedliche Applikationen auf T-Shirts, Pullovern und Tops sind maximal
noch etwas für Teenager, aber wohl kaum für eine erwachsene Frau, die
auch als solche wahrgenommen werden möchte. Dies gilt auch für
extreme Modetrends (s. die bauchfreien Tops). Umgekehrt wird eine
Sechzehnjährige mit einer klassischen Kelly-Bag wohl eher fehl am
Platze wirken.
Übrigens: Freizeitkleidung muss nicht gleichbedeutend mit
Schlabberlook oder womöglich Trainingshosen und ausgeleierten T-Shirts
sein. Hosen oder bequeme Röcke aus modernen Materialien, die teilweise
Stretchanteil enthalten, sind eine tolle Alternative zu den oben
genannten Beispielen und eine gute Alternative zu den obligatorischen
Jeans, die zwar strapazierfähig, aber selten wirklich bequem oder
vorteilhaft sind. Sie wollen doch auch zu Hause gut aussehen, oder?
5. Stellen Sie passende
Outfits zusammen.
Jetzt wenden Sie sich nochmals Ihrem ersten Stapel zu. Inwieweit
entsprechen die dort befindlichen Kleidungsstücke den nun gewonnenen
Erkenntnissen? Alles, was Ihnen hier nicht mehr hundertprozentig
stimmig erscheint, wandert nun auch auf den zweiten Stapel.
Ich habe es als sehr praktisch und alltagstauglich empfunden, optimal
passende Outfits für Beruf und Freizeit (Rock oder Hose, Oberteil,
Gürtel, Jacke, Schal etc.) zusammenzustellen und auch gemeinsam in den
Schrank zu hängen. So hat man auf einen Blick die Kombination für den
Tag beisammen und muss sich nicht jedes Mal aufs Neue erinnern, was
zusammen passt oder zusammen gehört. Aber wenn Sie damit keine
Probleme haben oder sich sogar für eine Art „Stilbuch“
entscheiden, wo alle Outfits als Fotos enthalten sind, können Sie auch
Blusen, Hosen, Kleider und Jacken jeweils separat hängen.
Betrachten Sie nun Ihren „schlanken“, übersichtlichen und
(hoffentlich) geordneten Kleiderschrank. Na, wie gefällt Ihnen dieser
Anblick? War es die Mühe nicht wert?
Jetzt ist es auch Zeit, sich dem zweiten Stapel zuzuwenden! Sie können
ihn wiederum in drei weitere Stapel aufteilen:
In den ersten Stapel wandern Dinge, wie z.B. hervorragend erhaltene
oder womöglich nie getragene (!) Designer- oder Markenklamotten, die
Sie in einen Second-Hand-Laden bringen können. Vielleicht kennen Sie
aber auch jemand, der in etwa Ihre Figur hat und sich vielleicht gerne
etwas aus diesen Stücken aussuchen möchte. Aber, lassen Sie die Dinge
nicht zu lange bei Ihnen zu Hause liegen, sonst ist die Versuchung
groß, womöglich wieder das eine oder andere in den Kleiderschrank
hinüber zu retten, weil es doch so teuer war und Sie es vielleicht
doch noch tragen......
Dem zweiten Stapel werden all die Kleidungsstücke zugeordnet, die noch
auf einem Flohmarkt verkauft werden könnten (vorausgesetzt Sie
verkaufen dort jemals etwas oder kennen jemanden, der es für Sie tut),
falls nicht:
Stapel Nr. 3 umfasst alles, was zu defekt oder abgetragen ist, um noch
verkauft oder verschenkt werden zu können und wandert damit direkt in
den Sack für die Altkleidersammlung oder in den Müll.
Erinnerungsstücke, von denen Sie sich partout nicht trennen können,
kommen in einen Karton mit Mottenpapier und ab damit auf die Bühne
oder in den Keller.
So können Sie mit den Stapeln 1 und 2 noch ein paar Euro verdienen,
die aber bitte nicht gleich wieder einer hemmungslosen Einkaufsorgie
zum Opfer fallen sollten!
6. Regeln für Ihren
Kleiderkauf
Vielleicht haben Sie bei den vorhergegangenen Schritten festgestellt,
dass Sie liebend gerne Hosen kaufen, aber fast keine passenden
Oberteile dazu besitzen, weil Sie Ihre Beine mögen, Ihren Oberkörper
hingegen weniger (so ist es mir nämlich ergangen!). Was immer in Ihrem
Schrank nun noch fehlt (und denken Sie daran: Es gilt das Prinzip der
Einfachheit!!), sollte in einer Kleider-Einkaufsliste
zusammengefasst werden.
Die goldenen drei Regeln, die bei jedem Einkauf gelten sollten:
Einfachheit, Einfachheit, Einfachheit (weniger ist IMMER
mehr). Verzichten Sie auf überflüssige Spielereien, wie
Rüschchen, Schleifchen und billigen Tand. Sie sind doch keine
dreizehn mehr!
Wählen Sie stets erstklassige
Qualität. Wenn Sie sich diese momentan nicht leisten können,
dann sparen Sie darauf oder schauen sich in einer Designer
Second-Hand-Boutique um, wo man oftmals nie getragene Sachen zu
vergleichsweise traumhaft günstigen Preisen finden kann. Sparen
Sie bitte wirklich niemals an der Qualität. Wenn Sie sich nur eine
hochpreisige, edle und wunderschöne Handtasche leisten können,
dann ziehen Sie dies immer drei oder vier Billig-Teilchen vor, die
Ihren Look verderben. Dasselbe gilt natürlich auch für Blusen,
Kostüme, Gürtel, Schuhe.....
Sie sind der
Maßstab. Und nur Sie. Was derzeit
hip, in, angesagt oder modisch ist, ist interessant zu wissen und
zu kennen, sollte aber nie automatisch der Maßstab Ihrer Wahl sein
(oder haben Sie aus den vorangegangenen Schritten nichts
gelernt???). Sie sind einzigartig und kreieren Ihren ganz
persönlichen und sehr individuellen Stil.
Weiterhin wäre zu
beachten:
Gehen Sie NIEMALS
einkaufen, wenn Sie müde, frustriert oder gelangweilt sind. Kaufen
ist zwar für viele Frauen eine Art Ersatzbefriedigung, aber das
bringt Sie Ihrem Ziel kaum näher. Vielleicht bräuchten Sie in
solch einem Moment eher ein Telefonat mit einer guten Freundin, ein
schönes Bad oder eine Massage.
Gehen Sie nur shoppen,
wenn Sie etwas Konkretes suchen (s. Kleider-Einkaufsliste!!). Aufs
Geratewohl loszuziehen verführt zu unnötigen und überflüssigen
Spontankäufen. Und irgendwann stehen Sie morgens wieder vor Ihrem
Kleiderschrank..... (s. eingangs). Es macht aber durchaus Sinn ein
Lieblingsstück, welches aber leider noch ein Billigprodukt ist,
irgendwann gegen ein edles und hochwertigeres Teil auszutauschen.
Das ist erlaubt und sogar gewünscht!! Ebenso sollten bewährte
Basisstücke, die irgendwie doch nicht ganz richtig sind
(vielleicht sind die Ärmel des Pullovers doch einen Tick zu kurz
oder die Wolle könnte etwas weicher und kuscheliger sein) durch
das perfekte Teil ersetzt werden. Zudem unterliegen
Lieblingsstücke natürlich einem gewissen Verschleiß und segnen
irgendwann einmal das Zeitliche. Dann benötigen Sie natürlich
entsprechende Nachfolge.
Gehen Sie nicht in
falscher Begleitung einkaufen. Es gibt Freundinnen, die wir lieben
und die uns wertvoll sind, aber durchaus die denkbar schlechteste
Einkaufsberaterin sein können und uns wohlmeinend dazu verführen,
das Geld auszugeben, was sie selbst nicht haben. Neid, Missgunst
oder ein schlechtes Augenmaß können Sie ebenso beim Einkauf nicht
an Ihrer Seite gebrauchen. Gehen Sie notfalls dann lieber allein
oder wenden Sie sich an eine Verkäuferin, die Sie kennen und der
Sie vertrauen.
Finger weg von Billigschnäppchen! Meist hat es einen guten Grund, dass Dinge
drastisch reduziert sind..... Sollten Sie aber den lang gesuchten,
traumhaft weichen und perfekt passenden Cashmere-Pullover in einer
schönen Boutique herabgesetzt erwischen, dann dürfen Sie
natürlich zuschlagen!
Finger weg von
billigem Glitzerkram! Wenig kann einen guten Stil so nachhaltig
verderben wie billige Kinkerlitzchen, die sich schon beim ersten
Hinsehen als solche outen. Prüfen Sie die Ware eingehend und
kaufen Sie immer nach reiflicher Überlegung.
Extrem-Trends sind tabu! Sollten gerade Plateausohlen, Miniröcke oder hautenge Shirts
im Trend sein, so müssen Sie diesen ja nicht zwangsläufig
mitmachen. Allerdings spricht natürlich nichts dagegen, einen
Trend in Form einer Bluse oder eines schicken Paares Schuhe in Ihre
Garderobe mit einzubeziehen, wenn Ihnen das Teilchen wirklich steht
und Sie meinen, es unbedingt besitzen zu müssen..
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